Montag, 18. Juni 2018

Windpark Hatzenbühl soll schon 2014 ans Netz

11. Februar 2013 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Fünf solcher Windräder sollen im nächsten Jahr nördlich von Hatzenbühl in Betrieb gehen. Foto: Philip May

 

Jockgrim – Das mit Abstand größte Projekt der Energiewende auf dem Boden der Verbandsgemeinde Jockgrim könnte in naher Zukunft nördlich von Hatzenbühl an der Gemarkungsgrenze hin zu Herxheim realisiert werden – ein Windpark mit mehreren Windenergieanlagen zur Erzeugung regenerativer Energie.

Fünf Windenergieanlagen sollen mit einer Leistung von 12 MW jährlich ca. 30 Mio. Kilowattstunden Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Das entspricht in etwa dem jährlichen Strombedarf von 8.600 Einfamilienhäusern. 16.900 Tonnen CO2 im Jahr können so vermieden werden.

Mit der Gemeinde Hatzenbühl kooperieren nun die Stadtwerke Speyer GmbH (SWS) und ihr Partner, die WEAG Future Energies AG, zum ersten Mal gemeinsam direkt mit einer Kommune zwecks Errichtung eines Windparks.

Die Gemeinde Hatzenbühl entschied sich nach einem Auswahlverfahren für das kommunale Konzept der SWS/WEAG. „Wirtschaftliche wie auch konzeptionelle Gründe gaben den Ausschlag für die Partner“, so Ortsbürgermeister Henigin. Beabsichtigt ist die Gründung einer Betreibergesellschaft, an der sich die SWS, die WEAG, aber auch die Gemeinde Hatzenbühl, die Verbandsgemeinde Jockgrim sowie Bürger der Kommunen beteiligen können.

Bürgerbeteiligung erwünscht

Ortsbürgermeister Karlheinz Henigin und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Jockgrim, Uwe Schwind, sind davon überzeugt, dass die Energiewende und der Ausbau regenerativer Energien nur dann gelingen können, wenn sich die kommunale Ebene vor Ort konkret beteiligt und als „Motor“ fungiert.

Standortanalysen und rechtliche Rahmenbedingungen, wie z. B. die Ausweisung von Windkraftflächen, Gutachten zu Schallentwicklung und Windverhältnissen, artenschutzrechtliche Gutachten etc. stehen am Anfang der Planung und Umsetzung des Windparks. „Ganz wichtig ist uns die Kommunikation mit den verantwortlichen Bürgermeistern und den Gemeinderäten, den Bürgern sowie den Genehmigungsbehörden, um die Abläufe von Anfang an umfassend und transparent zu transportieren“, so Lutz Gubernator,  Geschäftsführer der WEAG.

Erlaubnis der Privateigentümer wird gebraucht

In der nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderats Hatzenbühl vom 5. Februar wurde über Grundstücksangelegenheiten wie Berechnungsmodelle zur Verteilung der Pachterlöse sowie die Wegenutzung der Kommune beraten und entschieden. Allerdings ist für dieses Vorhaben grünes Licht der dortigen Privateigentümer notwendig. Deshalb sollen die Grundstückseigentümer in einer Versammlung über das Projekt informiert werden. Sollten alle Genehmigungen zeitnah erfolgen, könnten die Windenergieanlagen bereits 2014 in Betrieb gehen.

Die Stadtwerke Speyer sind ein kommunales Energieversorgungsunternehmen und haben in der Domstadt sowie in der Region bereits zahlreiche Projekte zur regenerativen Energieerzeugung umgesetzt. Drei Windenergieanlagen konnten bislang in Kirf, Landkreis Trier-Saarburg, errichtet und in Betrieb genommen werden. Ein viertes Windrad soll noch 2013 ans Netz gehen. An weiteren Standorten sind die Partner gemeinsam aktiv. Die bisherigen Anlagen erzeugen ca. 7,6 Mio. Kilowattstunden Strom. Damit können etwa 2.200 Einfamilienhäuser versorgt und über 4.300 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. (cli/red)

 

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