Freitag, 21. September 2018

Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer der Pfalz: Fehlende Fachkräfte als größte Sorge

. April 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Rheinland-Pfalz, Wirtschaft in der Region

Frühjahrsumfrage 2018.
Quelle: Handwerkskammer der Pfalz

Pfalz. Die im Frühjahr 2018 bei 2.500 repräsentativ ausgewählten Mitgliedsbetrieben durchgeführte Konjunkturumfrage zeigt, dass das Konjunkturbarometer für das pfälzische Handwerk weiterhin auf „Hoch“ steht.  

Trotz der Wintermonate blieb die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen stabil. Von gut gefüllten Auftragsbüchern – und das bereits im ersten Quartal – ist in vielen Branchen die Rede.

Entsprechend bewerten 90,8 % der befragten Betriebe ihre gegenwärtige Geschäftslage mit gut oder befriedigend, was im langjährigen Durchschnitt betrachtet, einen der besten Werte darstellt.

Bezogen auf die einzelnen Branchen geben 96,1 % der Baubetriebe, 92,7 % der Ausbaubetriebe, 92,8 % der gewerblichen Zulieferer, 89,4 % der Kfz-Betriebe, 77,3 % der Nahrungsmittelhandwerker, 90 % der Gesundheitshandwerker und 83,7 % der persönlichen Dienstleiter an, mit ihrer aktuellen Geschäftslage mindestens zufrieden zu sein.

Der Winter als Verschnaufpause, das war einmal. 56,3 % der Betriebe geben an, dass ihre Betriebsauslastung bereits im ersten Quartal bei über 80 % liegt.

Über diesen Auslastungswert berichteten im Vorjahr 51,6 % der befragten Betriebe. Die durchschnittliche Auftragsvorlaufzeit beträgt unverändert zehn Wochen. Trotz üblicherweise hoher Witterungsabhängigkeit liegen die Baubetriebe hier mit 14,8 Wochen sogar in der Spitzengruppe.

Obwohl in vielen Handwerksbranchen in der Vergangenheit bereits zusätzliche Mitarbeiter eingestellt wurden, wird im weiteren Jahresverlauf deshalb gerade im Bau- und Ausbauhandwerk mit zunehmenden Kapazitätsengpässen und Nachfragebedingt längeren Wartezeiten für Kunden zu rechnen sein.

Der hohe Auslastungsgrad schlägt sich auch in der bisherigen und erwarteten Umsatzentwicklung nieder. Im Vergleich zum Vorquartal konnten bereits 26,8 % der befragten Betriebe ihre Umsätze steigern. Für die kommenden Monate rechnen 40,3 % der Betriebe mit einer weiteren Erhöhung ihrer Gesamtleistung.

Die gute Konjunktur schlägt sich auch in steigenden Einkaufspreisen nieder. Dementsprechend berichten 63,6 % der befragten Handwerksbetriebe von Preiserhöhungen ihrer Lieferanten. Als Reaktion hierauf zeigten sich 28,6 % der Betriebe in der Lage, entsprechende Preiserhöhungen direkt an ihre Kunden weiterzugeben.

Nicht nur die steigenden Rohstoff- und Materialkosten werden zunehmend kritisch gesehen. Der Fachkräftemangel wird in vielen Betrieben immer spürbarer. Händeringend suchen die Unternehmen nach zusätzlichen Mitarbeitern, um die hohe Nachfrage bedienen zu können.

Die aktuelle Auswertung hat ergeben, dass 10 % der Mitgliedsbetriebe im ersten Quartal ihre Belegschaft vergrößern konnten. Weitere Anstrengungen zur Gewinnung notwendiger Fachkräfte werden von ,4 % der Befragten als zielführend angekündigt.

Über alle Branchen hinweg herrscht Zufriedenheit über das erreichte Niveau. Auf dieser Basis gehen 62,1 % der Betriebe auch weiterhin von einer gleichbleibend guten Geschäftsentwicklung aus. In Folge hat sich der Anteil derer, die von einer über das Erreichte hinausgehenden Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage ausgehen, auf 34,2 % reduziert.

Dies erklärt, weshalb der Geschäftsklima-Indikator im ersten Quartal um elf Zähler auf 140 Punkte gesunken ist (Vorjahr: 151), was aber immer noch einen Top-Wert darstellt. Mithilfe des erstmals vor einem Jahr berechneten Geschäftsklima-Indikators wird das Verhältnis zwischen aktueller und zukünftiger Geschäftslage ausgedrückt.

Das entsprechende Ergebnis wird dann auf einer Skala von 0 bis 200 festgehalten, wobei 100 Punkte den Mittelwert kennzeichnen.

Die nächste Konjunkturumfrage findet im Herbst 2018 statt. Erneut wird die Handwerkskammer der Pfalz dann die wichtigsten Konjunkturindikatoren, Geschäftslage, Betriebsauslastung, Auftragsvorlaufzeit, Umsatzentwicklung, Beschäftigungsgrad und das Geschäftsklima, analysieren und Trends und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

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