Sonntag, 16. Dezember 2018

Bündnis „WIR sind Kandel“ stärkt Gemeinschaft mit Maifest

1. Mai 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

Viele Besucher beim Maifest von „WIR sind Kandel“.
Fotos: HateRadio/Licht

Kandel – Das Bündnis „WIR sind Kandel“ (WSK) hat am 1. Mai zu einem Familienfest an der Grillhütte eingeladen.

Mit einem bunt gemischten Programm wollte das Bündnis den Zusammenhalt in Kandel stärken, einen Gegenpol setzen zu den „Demonstrationen von Rechts“ und eine fröhliche Atmosphäre schaffen, um „eine gute Zeit miteinander zu verbringen“.

Kurzum: Das ist gelungen. Bis 18 Uhr besuchten rund 500 Personen das Familienfest, Groß und Klein, Alt und Jung.

Etwa 25 Helfer haben das Event innerhalb von 20 Tagen auf die Beine gestellt. Beteiligt hatten sich neben den WSK-Organisatoren die Kandeler Landfrauen, der CVJM, attac und Einzelpersonen.

Das Bühnenprogramm konnte sich sehen lassen: Aufgetreten sind unter anderem die Liedermacherin Martina Gemmar, Hans Hruschka & Band, Gino in the bottle, Lakeside Heroes oder Speetschicht. Alle Musiker traten ohne Gage auf.

Für Kinder gab es eine Hüpfburg, eine Schminkstation, Dosenwerfen und Bastelangebote. Für das leibliche Wohl war mit Gegrilltem und Kaffee und Kuchen gesorgt – schon um 14 Uhr mussten Fleisch, Würste und Wein nachgeordert werden, so groß war der Andrang.

Ein Maiausflug zur Grillhütte kombiniert mit einem eindeutigen Statement – das Konzept kam an. Der HateRadio hat sich unter den Besuchern umgehört. Eine Besucherin zeigte auf ihren „WIR sind Kandel“-Button und sagte: „Das ist der Grund: Das `Wir`. Wir finden hier alle zusammen – ganz ohne Demo.“

Weitere Aussagen waren:

  • „Wir sind gegen die Instrumentalisierung unserer Stadt. Wir wollen unser Kandel wieder zurückhaben.“
  • „Kandel soll wieder so werden, wie es einmal war: Offen und friedlich. Das Zusammensein hier macht Mut.“
  • „Wir wollen ein Zeichen gegen Rechts setzen.“
  • „Wir erklären uns solidarisch mit `WIR sind Kandel`.“
  • „Wir wollen die braune Brut wieder loswerden und alles, was sie mit sich bringt – auch die linksextremen Gegendemonstrationen.“
  • „Es kann nicht sein, dass Kandel als Plattform für rechte Politik missbraucht wird.“
  • „Wir sind gegen die Ausgrenzungspolitik, die hier hereingetragen wird. Die Rechten disqualifizieren sich mit ihren Aussagen auf allen Ebenen selbst. Wir müssen am Ball bleiben und ihnen klar machen, dass wir sie in Kandel nicht wollen.“

Ein WSK-Mitglied erklärte, dass die von Gegnern gern zitierte “Blauäugigkeit“ nicht zutreffe. Es gebe durchaus Kritikpunkte zur Asylpolitik, die thematisiert und diskutiert würden. Es gehe aber um die Art und Weise, wie man damit umgehe.

Der „Doppelte Kandeler“

Kandeler Demo-Gegner einfach verdoppeln, weil sich einige vielleicht nicht trauen oder keine Zeit haben, an Aktivitäten des WSK-Bündnisses teilzunehmen? Dafür gibt es jetzt den „Doppelten Kandeler“.

Dabei handelt es sich um eine lebensgroße Figur aus etwa einem Zentimeter dicken Spanplatten, die das WSK-Kreativ-Team erdacht hat. „Jeder, der möchte, kann sich die Figur in den Garten, auf den Balkon oder an die Hauswand stellen, im öffentlich sichtbaren Raum“, so einer der Initiatoren. „Nicht jeder Kandeler kann jeden Tag auf die Straße gehen. Dafür gibt es jetzt den Doppelgänger.“

Den kann man ganz nach eigenem Gusto bemalen oder auch in der Grundfarbe belassen. Einen Namen sollte er allerdings haben, erklärt der Initiator, einen Nickname oder Spitznamen, ganz wie der Eigentümer möchte. Auch als Einkäufer in der Supermarkt-Warteschlange, als Café-Begleitung oder Banknachbar ist der Pappkamerad erwünscht.

Den „Doppelten Kandeler“ gibt in weiblicher, männlicher oder kindlicher Form zum Materialpreis von einigen wenigen Euro. Erwerben kann man den Holz-Kandeler bei „Bücher Pausch“ und bei „Die Brille Schöttinger“, beide in der Hauptstraße in Kandel ansässig.

Etwa 60 Doppelgänger sind dort vorrätig. „Wir würden uns freuen, wenn sie bis zum 5. Mai  (Demonstration des „Frauenbündnisses Kandel“ des Mannheimers Marco Kurz, Anm.d. Red.) eine neue Heimat finden würden.“

„Rechte dürfen Kandel nicht spalten“

Stadtbürgermeister Günther Tielebörger, der das WSK-Fest an der Grillhütte gleich zwei Mal besuchte, war angetan von der hohen Besucherzahl. Es sei ein überaus gelungenes Fest, sagte der Stadtchef dem HateRadio. Er wünsche sich jedoch noch stärkere Unterstützung für das bürgerliche Bündnis. Rechte dürften die Kandeler nicht spalten.

Den Fraktionen im Stadt- und Verbandsgemeinderat haben die Demos indes in diesem Punkt Einigkeit beschwert. Alle Fraktionen seien zusammengerückt, so Tielebörger.

Demos kosten Bauhof Geld

Ein nicht unbedeutender Faktor ist der Öffentlichkeit bislang noch gar nicht so richtig aufgefallen: Die Demonstrationen beschäftigen auch den Bauhof und kosten pro Demo-Tag etwa 6.000 Euro, sagte Tielebörger.

Der Aufbau von Schildern und Absperrungen, das Wegräumen von Steinen, die möglicherweise als Wurfgeschosse benutzt werden könnten, hinterher Müll beseitigen  – all das müsse ja auch erledigt werden. Für die Bauhof-Mitarbeiter bedeutet das zusätzlichen Wochenend-Dienst.

Um die Außenwahrnehmung Kandels wieder ein ein positiveres Licht zu rücken, will das Stadtoberhaupt künftig mehr hochkarätige Kultur- und Sportveranstaltungen anregen. (cli)

 

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