Montag, 19. November 2018

Südkoreanische Delegation informiert sich über Landauer Geothermie und ihre Gefahren

6. November 2018 | 1 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Landau, Regional

Werner Müller mit der Südkoreanischen Delegation aus Pohang, die sich mit einem Geschenk bedankte.
Foto: HateRadio/Ahme

Landau. Am 30. Oktober besuchte eine -köpfige Delegation aus Pohang, Südkorea, die Bürgerinitiative Geothermie Landau-Südpfalz e.V.

In Pohang gab es Ende 2017 ein zerstörerisches Erdbeben mit Nachbeben in Februar 2018, bei dem ein Schaden von 50 Millionen US-Dollar entstand.

Die Delegation, die aus Parlamentariern, Journalisten und Unternehmern bestand, hatte erfahren, dass es in Landau und Insheim ganz ähnliche Geothermie-Kraftwerke geben solle. Die ESG-Technologie vom Geothermie-Kraftwerk Pohang soll dem Landauer Kraftwerk weitgehend entsprechen. Deutsche Experten aus Potsdam und aus der Südpfalz sollen zudem in Pohang beteiligt gewesen sein.

Informieren wolle man sich über die Zusammenhänge hier wie dort und sich Rat in Landau holen, so Dolmetscher Li, der in Dortmund lebt und die Gruppe auf ihrer Deutschlandreise begleitet hat.

Die Delegation informierte sich im Verlauf der Reise auch über die Situation von Alternativen Energiequellen, wie beispielsweise Photovoltaik.

Nachdem das Geothermie-Kraftwerk von der Gruppe nicht besucht werden konnte und auch von offizieller Seite keine Angebote kamen, wandte man sich an den Bundesverband gegen Tiefe Geothermie, der die Interessen der Mitgliedsvereine und deren Mitglieder bundesweit vertritt und Bürgerinitiativen und Betroffene der Tiefen Geothermie zusammen bringt.

Werner Müller erklärt einige seiner Schautafeln.

Betroffene Anwohner des Geothermie-Kraftwerks Landau gründeten nach dem ersten  Erdbeben in Landau im Jahre 2009 die Bürgerinitiative Geothermie Landau-Südpfalz e.V. und sie waren auch Mitbegründer des Bundesverbandes.

Einer der Betroffenen ist Werner Müller. Er ist Erster Vorsitzender und verfügt über langjährige Erfahrungen mit diesem Thema. Er hatte einen umfassenden Vortrag für die Koreaner zusammen gestellt. Sehr aufmerksam verfolgte die Gruppe die Chronologie der Erdstöße und stellte viele Fragen dazu.

Dolmetscher Li übersetzte, was Werner Müller vortrug.

„Wir machen uns viele Sorgen“, so der Sprecher der Gruppe. Das Kraftwerk in Pohang wurde im April 2017 in Betrieb genommen, nachdem es bereit 2016 im Probebetrieb lief. Im November 2017 erschütterte das zweitstärkste Erdbeben in der Geschichte des Landes die Stadt. 82 Menschen wurden bei dem Erdbeben verletzt. Mehr als 1100 mussten temporär ihre beschädigten Häuser verlassen. Im Februar folgte ein weiteres Beben, das erneut zu Schäden und Verletzten geführt hat.“

Wie koreanische und Schweizer Forscher vermuteten, hänge das Erdbeben mit dem neu errichteten Geothermie-Kraftwerk unmittelbar zusammen. Das Pohang-Erdbeben erreichte die Magnitude 5.4 . Es kam auf dem gesamten Stadtgebiet zu Gebäudeschäden. Einige Gebäude blieben unbewohnbar. Zahlreiche Menschen wurden durch herabstürzende Trümmer verletzt.

„Nehmen die Anwohner die Probleme erst?“ fragte Jemand aus der Delegation. Man habe sich an die Probleme gewöhnt und reagiere erst, wenn Gravierendes passiere, antwortete Werner Müller, sichtlich schockiert von den Schilderungen der Koreaner.

Befürchtungen seitens der Koreaner bezogen sich auch auf radioaktive Bestandteile, wie sie auch beim Landauer Geothermie-Kraftwerk gefunden wurden (20 Tonnen in blauen Containern).

Auch die Frage nach der Rolle der Stadt Landau wurde aufgeworfen. Dies könne nicht eindeutig geklärt werden, so Müller. Im Übrigen werde es schwer sein, dem Betreiber etwas nachzuweisen.

Die Koreaner wollen nun einen Untersuchungsausschuss im Parlament installieren, und beraten über Schadensersatz sowie juristische Maßnahmen. „Organisieren Sie sich, machen Sie öffentlichen Druck!“ so Müllers Rat auf eine diesbezügliche Frage. Das bringe mehr als langjährige juristische Verfahren.

Die Delegation bedankte sich überschwänglich bei Werner Müller für die umfassende Darstellung der Landauer und Insheimer Verhältnisse und dessen informative Ratschläge.

Zum Abschluss ihres Landau-Aufenthalts machte die Gruppe noch einen kurzen Abstecher zum Geothermie Kraftwerk, bedankte sich herzlich für die gute Aufnahme und versprach, in Verbindung mit Müller bleiben zu wollen.

Überlegungen gingen auch dahin, in nächster Zeit wieder mit einer Gruppe nach Landau kommen zu wollen. (desa)

Die Delegation machte auch einen Abstecher zum Geothermiekraftwerk.

Delegation aus Pohang bei Werner Müller

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Ein Kommentar auf "Südkoreanische Delegation informiert sich über Landauer Geothermie und ihre Gefahren"

  1. Horst Rüter sagt:

    Es ist schon erstaunlich, dass eine derartige Delegation mit Werner Müller jemanden besucht, der von Geothermie nun wirklich keine Ahnung hat. Es zeigt sich mal wieder, wieviel man mit Schauspielerei erreichen kann. Wissenschaftlich ist es noch völlig offen, ob das Ereignis in Pohang etwas mit Geothermie zu tun hatte. Man muss manchmal schon etwas tiefer ins Detail gehen, dazu sollte man aber von der Sache etwas verstehen.

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