Freitag, 21. September 2018

Oberstleutnant Maximilian Olboeter seit eineinhalb Jahren Kommandeur der Südpfalz-Kaserne: Top-Ausbildung im „Tor zur Luftwaffe“

7. September 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

Oberstleutnant Maximilian Olbeoter, Kommandeur der Südpfalz-Kaserne.

Germersheim – Seit eineinhalb Jahren führt Oberstleutnant Maximilian Olboeter das Luftwaffenausbildungsbataillon in der Südpfalz-Kaserne.

Die Aufgaben sind nach wie vor eine Herausforderung: Die Sanierung der Gebäude und Wege wird sich noch einige Jahre hinziehen. Die einsatzvorbereitende Ausbildung, die Soldaten für ihre Einsätze in den Brennpunkten der Welt trainiert, ist intensiviert und verlängert worden – und für die neue Arbeitszeitverordnung des Verteidigungsministeriums, nur noch 41 Arbeitsstunden pro Woche zuzulassen, musste Etliches umgeschichtet werden.

Olboeter indes ist alles mit ruhiger Hand angegangen, nervöse Hektik ist nicht seine Art.

Ein Herz für die Ausbildung habe er immer gehabt, sagt Olboeter, sie liege ihm, sei sein Steckenpferd. Auch darum sei er froh, „hier gelandet zu sein“.

Das Bataillon schätzt er sehr: „Es besteht aus Menschen, die mit hoher Professionalität und Herzblut ihren Auftrag versehen. Es ist ungemein menschlich hier, ein gutes Klima.“ Damit sei ihm der Einstieg sehr erleichtert worden: „Ich hatte vom ersten Tag an Freunde an dieser Aufgabe in Germersheim.“

Weil ihm Transparenz und Teamgeist wichtig sind, besteht ein wesentlicher Teil von Olboeters Tätigkeit darin, mit den Soldaten sprechen. Sie sollen nicht nur Befehle ausführen, sondern auch verstehen, begreifen, worum es geht – eine Erklärung der eigenen Botschaften auf allen Ebenen.

„Kommandeur kann man nur sein, wenn man von den Leuten getragen wird“, sagt Olboeter. Deshalb sei die Führungsaufgabe auch eine äußerst kommunikative Aufgabe.

Es sei wichtig, „durch die Kompanien zu gehen, damit die Soldaten merken, dass man ansprechbar ist.“ Schreibtischarbeit erledigt der Kommandeur häufig nach Feierabend in den Abendstunden.

Bundeswehr kein Hollywood-Abenteuer

Die Bundeswehr biete viel, verlange aber auch viel. Manch Einer käme noch mit einer Art Hollywood-Vorstellung im Kopf zur Truppe und sei dann recht erstaunt, dass es auch anders – nämlich besser – gehe, so Olboeter. Man müsse sich zwar schon „am Riemen reißen“, sich auf viele neue Dinge einstellen und sich auch einbringen, aber „gequält“ würden die Soldaten natürlich nicht.

Und nicht wenige suchten das Abenteuer: „Auch das erfüllen wir, aber auf andere Art und Weise.“ Es sei eine sehr engagierte Ausbildung, das „Tor zur Luftwaffe“ und für die meisten eine positive Überraschung.

„Soldatisches Handwerkszeug muss sitzen“

Im Jahresschnitt werden in Germersheim etwa 5.500 Soldaten aus der gesamten Bundeswehr (Luftwaffe, Heer, Marine) auf ihren Einsatz im Ausland vorbereitet, unter anderem in Afghanistan, Mali, Kosovo oder der Türkei.

Olboeter legt großen Wert darauf, dass das Handwerkszeug der Soldaten wirklich „sitzt“, wenn sie Germersheim verlassen. Das gilt für Rekruten genauso wie für die Lehrgangsteilnehmer der einsatzvorbereitenden Ausbildung.

Der Kommandeur, dessen eigener Auslandseinsatz in Afghanistan erst zwei Jahre zurück liegt, schaut persönlich genau hin. Außerdem gibt es regelmäßige Feedbacks mit den Lehrgangsteilnehmern und deren Verbänden. Die Ausbilder selbst beurteilen vor Ort bei den Bundeswehrmissionen, wie die aktuelle Lage und Sicherheitssituation ist.

Olboeter hat dafür gesorgt, dass mit ausreichend Ausrüstung die Ausbildung so realistisch wie möglich gestaltet werden kann. Dazu gehören beispielsweise tragbare Störgeräte, die im Einsatz die Fernzündung von Sprengfallen unterbrechen, oder spezielle Fahrzeuge.

Sanierung läuft weiter

Mit der Sanierung geht es voran. Alle Unterkunftsgebäude werden neu gebaut oder saniert, bei den Gebäude 4 und 5 fiel der Startschuss Ende Juni. Die Neubauten sollen zum Jahresende 2017 fertiggestellt sein. Danach kann es weitergehen in der Sanierungskette.

Parallel sind noch andere Umbauten geplant, unter anderem am Materialdepot und bei den Übungshallen, die optimiert und professionell ausgebaut werden sollen.

Der Kommandeur ist zuversichtlich, dass der Zeitplan jetzt weiter eingehalten werden kann. Es sind mehrere Behörden auf Landes-und Bundesebene eingebunden, in der Vergangenheit kam es zu Verzögerungen.

Entkernung der Gebäude: Was noch verwendet werden kann, wird behalten oder recycelt.

Es läuft rund in der Kaserne

Ohne weitere Probleme hat auch der Übergang zur 41-Stunden-Woche funktioniert, die vom Verteidigungsministerium Anfang des Jahres verordnet wurde. Was früher mit globalen Zeitvorgaben erledigt wurde, muss nun in 41 Stunden abgeleistet werden.

Dafür wurde Personal umgeschichtet, die Bewachung der Kaserne übernimmt jetzt rund um die Uhr der zivile Wachdienst, der zuvor bereits nachts tätig war. Es sei zwar noch zu früh, um ein endgültiges Resümee zu ziehen: „Die Ausbildung ist sehr zeitintensiv, aber auch gut planbar“, so Olboeter. Man habe bislang keine ernsthaften Probleme im Dienstbetrieb gehabt, sei beim Ausbildungsauftrag nicht behindert.

Es läuft also rund in der Südpfalz-Kaserne. Auch der Kommandeur, bekennendes „Nordlicht“, ist gut angekommen in der Südpfalz.

Schon das Festungsfest im letzten Jahr sei ein toller Einstieg gewesen: „Da war ich schon mittendrin bei diesen gastfreundlich Leuten hier. Ich fühle mich wohl in der Toskana Deutschlands.“

Olboeter pflegt auch weiterhin die traditionell enge Beziehung mit der hiesigen Bevölkerung.

Mit den Patengemeinden und deren Bürgermeistern wird viel unternommen, der Standortball, das Festungsschießen, das Oktoberfest, das weihnachtliche Treffen am Patenschaftsbaum und öffentliche Gelöbnisse festigen die Freundschaft zwischen Bürgern und Angehörigen des Bataillons. (cli)

Weitere Informationen zu Maximilian Olboeter gibt es .

Terminhinweis: in der Südpfalz-Kaserne am Samstag, 10. September, 9 bis 17 Uhr.

Regelmäßig im Gespräch: Der Kommandeur und seine Soldaten.

 

Gebäude 4 und 5 werden abgerissen und neu gebaut.

 

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