Donnerstag, 20. September 2018

Nach Schiffsunfall auf dem Rhein: „Knapp an schlimmer Katastrophe vorbeigeschrammt“ – Aktionsbündnis: Dramatisches Jahr für Rheinbrückenpendler

19. Dezember 2017 | 4 Kommentare | Kategorie: Elsass Oberrhein Metropolregion, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Nordbaden, Politik regional

Dr. Christian Jung.
Foto: Catherine Busalt/ Christian Jung

Karlsruhe – Bei Au am Rhein (Landkreis Rastatt) hat es wenige Kilometer oberhalb der Rheinbrücke bei Wörth/Maxau einen Schiffsunfall gegeben.

Nach der Kollision eines Gütermotorschiffs und eines Schubverbands (mehrere schwimmende Ladungsbehälter) am Vorabend hatte sich ein Anhänger des Schubverbands gelöst. Dieser war über mehrere Kilometer auf dem Rhein getrieben und konnte erst kurz vor der Rheinbrücke gestoppt werden.

„Wir sind sehr knapp an einer schlimmen Katastrophe vorbeigeschrammt“, meldet sich dazu der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Christian Jung (Karlsruhe-Land) zu Wort. „Eine kaputte Rheinbrücke würde die Pfalz, Baden, Karlsruhe und die gesamte Region um viele Jahre zurückwerfen. Der persönliche Schaden einer solchen Katastrophe für die Menschen, aber auch für die Wirtschaft insgesamt, wäre nicht zu beziffern.“

Der FDP-Politiker betont, dass man nun „mehr denn je alles daran setzen müsse, eine zweite Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth als Ausweichstrecke“ zu realisieren. „Wir brauchen die 2. Rheinbrücke dringend, denn Vorfälle wie das Eisenbahnunglück von Rastatt haben gezeigt, wie schlimm solche Katastrophen sein können und wie sie sich direkt auf das Leben der Menschen unserer Region auswirken.“

Wenn am Ende Eisenbahn- und Straßenbrücke beschädigt worden wären, wäre dies ein „absolutes Horrorszenario“ gewesen. „Nun müssen auch die Zweifler erkennen, dass es eine intelligente Verkehrs-Infrastruktur mit Ausweichstrecken braucht. Alles andere wäre unverantwortlich.“

Aktionsbündnis Zweite Rheinbrücke: „Schlimmes Jahr 2017“

Auch das Aktionsbündnis Zweite Rheinbrücke spricht von einer „Beinahe-Katastrophe am Jahresende“ und einem schlimmen Jahr 2017 für die Rheinbrückenpendler.

Steffen Weiß, Vorsitzender Aktionsbündnis Zweite Rheinbrücke.

„Zwei entgleiste Güterzüge im Bereich des Wörther Bahnhofs mit mehrtägiger Streckensperrung und Zugausfällen im rheinüberquerenden Verkehr Anfang des Jahres und im April, ein brennendes Fahrzeug kurz vor der Rheinbrücke, die beiden LKW-Unfälle innerhalb weniger Wochen in der Ausfahrt Raffinerie bzw. an der Albhäuslebrücke“, zählt der Vorsitzende Steffen Weiß auf.

„Dazu die Baustellen auf und hinter der Rheinbrücke und unter der Vorlandbrücke, die Sanierung der Albhäuslebrücke – und nun kurz vorm Jahresende noch ein Beinaheschiffsanprall, der nur knapp verhindert wurde.“

Es bleibe Spekulation, ob der treibende „Schiffsanhänger“ den Pfeiler der Bahnbrücke getroffen oder verfehlt hätte, ob er bei Anprall auch den Pfeiler der Straßenbrücke erwischt hätte und welche Folgen diese Katastrophe für die Region gebracht hätte, so Weiß weiter.

Die Technologieregion Karlsruhe brauche redundante Verkehrsverbindungen, die räumlich getrennt laufen, für den motorisierten und nichtmotorisierten Individualverkehr sowie für den schinengebundenen Personen- und Güterverkehr.

Weiß: „Die Klage der Stadt Karlsruhe, die eine weitere Parallelbrücke erreichen möchte, ist nicht geeignet, die offensichtlichen Risiken zu mildern. Eine bis kurz vor Beginn noch weitgehend unkoordinierte Sanierung in einem experimentellen, weil nur im Einzelfall zugelassenen Verfahren, bringt weitere Risiken. Dass die Träger des öffentlichen Personennahverkehrs auch kein Konzept für den Sanierungszeitraum haben und die Pendler, Firmen und Anwohner nur eigeninitiativ rudimentäre Informationen erhalten, zeichnet ein überfordertes Bild der Verantwortlichen einer Region, die sich ländergrenzenüberschreitend in einem gemeinsamen Verband – der Technologieregion Karlsruhe (TRK) – organisiert haben. Der „stärkste“ Mann in der Region, der Karlsruher Oberbürgermeister UND Aufsichtsratsvorsitzende der TRK UND Aufsichtsratsvorsitzende des Karlsruher Verkehrsverbundes, Dr. Frank Mentrup, hat die Situation nicht im Griff.“

Er trage die Verantwortung, falls es bei einem der künftigen Vorfälle nicht „knapp vorbei“ gehe, so Steffen Weiß.

(red)

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4 Kommentare auf "Nach Schiffsunfall auf dem Rhein: „Knapp an schlimmer Katastrophe vorbeigeschrammt“ – Aktionsbündnis: Dramatisches Jahr für Rheinbrückenpendler"

  1. Danny G. sagt:

    „Es bleibe Spekulation, ob der treibende „Schiffsanhänger“ den Pfeiler der Bahnbrücke getroffen oder verfehlt hätte, ob er bei Anprall auch den Pfeiler der Straßenbrücke erwischt hätte und welche Folgen diese Katastrophe für die Region gebracht hätte, so Weiß weiter.“

    Genau ! Und wenn wir schon beim Spekulieren sindP
    Nehmen wir mal an, die neue, dritte Brücke 800m flussabwärts wäre schon gestanden, hätte der Havarist nachdem er eventuell die beiden ersten Brücken beschädigt hat, vielleicht auch noch die dritte Brücke beschädigt.

    „Er trage die Verantwortung, falls es bei einem der künftigen Vorfälle nicht „knapp vorbei“ gehe, so Steffen Weiß.“

    Zum Glück ist die dritte Brücke noch nicht gebaut. Man stelle sich vor welch unermessliche Last Herr Mentrup dann zu schultern gehabt hätte, wären gleich drei Brücken mit einem Streich demoliert worden.

    Und um weiter zu spekulieren.
    Was wäre denn passiert, wenn die neue, dritte Brücke schon gestanden wäre, die vorhandene Brücke konzeptlos, zum Sanieren voll gesperrt wäre und die Schiffshavarie genau NACH der vorhandenen Brücke passiert wäre und der Havarist dann die neue dritte Brücke beschädigt hätte ??

    • Steffen Weiß sagt:

      Wer sich auch nur oberflächlich mit den Planungen zur Zweiten Rheinbrücke beschäftigt, der weiß, dass diese Brücke zwingend „strompfeilerfrei“ ausgeführt werden muss, sonst erteilt das Wasser- und Schiffahrtsamt keine Freigabe. Das ist seit 1995 so. Strompfeiler dürften nur noch bei echten Parallelbauten in gerader Flucht zum Nachbarpfeiler entstehen.
      Das Anprallrisiko bei der dritten Brücke entsteht allenfalls in der Höhe. Und auch da ist eine zusätzliche Höhe zu den bestehenden Brücken vorgegeben.

      Noch im Oktober 2016 waren die Brückengegner der Grünen, der KULT-Fraktion (darunter damals noch Eberhard Fischer und DIE PARTEI-Vertreter Max Braun), der Linken und der SPD davon so überzeugt, dass ein tatsächliches Anprallrisiko für die Bahnbrücke besteht, dass sie das sogar in ihrem Dagegen-Antrag in der Begründung formulierten:

      „Die südliche Bahnbrücke ist übrigens durch eine Havarie
      im Schiffsverkehr (Anprall eines bergabwärts treibenden Schiffes an Pfeiler oder Überbau) weit stärker gefährdet als die heutige Straßenbrücke.“

      Jetzt sagen die gleichen Nasen (und Danny G.), es sei Panikmache von FDP-MdB Christian Jung und dem Aktionsbündnis Zweite Rheinbrücke, mit dem am Montagabend 8 km frei auf die Rheinbrücke zutreibenden SchiffP

      Zu finden hier, Seite 2, drittletzter Absatz:

      • Danny G. sagt:

        „Wer sich auch nur oberflächlich mit den Planungen zur Zweiten Rheinbrücke beschäftigt, der weiß, dass diese Brücke zwingend „strompfeilerfrei“ ausgeführt werden muss, sonst erteilt das Wasser- und Schiffahrtsamt keine Freigabe. “

        Das wusste ich nicht. Habe ich was dazu gelernt.
        Also wäre das Nordbauwerk nicht in Gefahr gewesen.

        Nachdem ich mich aber gerade vor kurzem mit drei Personen unterhalten habe, die einen „zweite Rheinbrücke“ Aufkleber auf dem Auto haben, aber auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht wissen wo die neue Brücke hingebaut werden soll, bzw, wie der Verkehr danach weiter verläuft, finde ich, dass diese Wissenslücke nicht „oberflächlich“ ist, sondern diese Tatsache auch der großen Mehrzahl der Brückenbefürworter nicht bekannt sein dürfte. Die interessieren keine technischen Details, die wollen nur staufrei nach Karlsruhe kommen.
        Wenn das in den Artikel gestanden hätte, wäre mein Kommentar sicherlich weniger zynisch ausgefallen.

        „Jetzt sagen die gleichen Nasen (und Danny G.),“

        Wenn Sie die Beleidigungen weglassen würden, würden die Menschen Sie erster nehmen.
        Dann hätte ich Ihnen vielleicht auch frohe Weihnachten gewünscht.

  2. RadlosAmRhein sagt:

    Während die bestehenden Brücken keinen Schaden erlitten haben und nur Wasser den Rhein hinunter floss, ist bei der Wörther Hafenstraße der GAU eingetreten: Sperrung für Fuß- und Radverkehr per Eilverfahren vor dem OVG Koblenz.

    Was interessiert mich eine Brücke, zu der ich nicht mehr hinkomme?
    Was interessiert mich eine zu bauende Bücke über die ich nicht werde fahren dürfen?

    Beides etwa so, wie sich auch das Land RLP um den Radverkehr in Richtung Rheinübergang schert: wortwörtlich feuchter Dreck!

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