Samstag, 15. Dezember 2018

Martinipreis der südpfälzischen SPD für Renan Demirkan: „Hartz IV spaltet die Gesellschaft“ – Laudator war Martin Schulz

4. Dezember 2018 | 5 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Politik regional, Regional

V.li.: Martin Schulz, Renan Demirkan und Thomas Hitschler.
Foto über SPD Südpfalz

Bad Bergzabern – Die Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan hat den diesjährigen Martinipreis der südpfälzischen SPD erhalten.

Der Preis geht an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich in besonderer Weise um Demokratie, politische Kultur, um Aufklärung und Wahrhaftigkeit verdient gemacht haben.

In seiner Begrüßungsrede berichtete der Unterbezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler, dass der Vorschlag Renan Demirkan alle Vorstandsmitglieder sofort überzeugt habe und man sich einhellig für Renan Demirkan ausgesprochen habe.

Schulz warnt vor Rechtspopulismus

Laudator Martin Schulz, Ex-Kanzlerkandidat, würdigte die Preisträgerin als eine herausragende Persönlichkeit, die sich für die Grundwerte in der Gesellschaft einsetze und für den Geist der Toleranz, des Respekts und des Miteinanders in der Gesellschaft stehe.

Es bestünde die Gefahr, dass dieser Geist durch rechtpopulistische Parteien zurückgedrängt werde, sagte Schulz. Er lobt Demirkan als eine Persönlichkeit, die ihre Stimme erhebe und den Finger in die Wunde lege. Er kenne Renan Demirkan als eine streitbare Frau, als großartige Europäerin, die sich stark mache für Respekt unter Bürgern gleich welcher Hautfarbe.

Martin Schulz sprach auch zwei Projekte von Renan Demirkan an. So habe sie ein Wohnprojekt für an Brustkrebs erkrankte Frauen gegründet und den Verein „Checkpoint Demokratie“ mit ins Leben gerufen, eine Plattform, die zum Dialog über Rassismus, Rechtspopulismus und den Zustand der Gesellschaft einlädt.

Schulz zitierte Artikel 1 des Grundgesetzes, die „Würde des Menschen ist unantastbar“. Er sagte „Ich sehe Dich, Renan, deshalb als Persönlichkeit des Artikels 1“. Seine Laudatio schloss mit den Worten: „Für den Sieg des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun. Wir wollen ein Volk guter Nachbarn sein, nach innen und nach außen.“

Demirkan: Hartz IV-Gesetzte „demütigend“

In ihrer Dankesrede bezeichnete sich Renan Demirkan als Kind der 68er, überzeugt von Willy Brandt. Sie sprach an, was in Deutschland aus ihrer Sicht falsch läuft und besser laufen müsse. So kritisierte sie die Hartz-IV-Reformen, die zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt hätten.

Sie nannte die Gesetze eine Demütigung für die betroffenen Menschen und forderte das Verbot von Zeitverträgen. Die Reformen hätten beispielsweise viele Kunstschaffende zu Tagelöhnern gemacht. Die Idee der Sozialdemokratie muss neu überdacht werden, verlange die Schauspielerin und forderte die SPD auf, Politik für eine moderne Gesellschaft zu machen. Diese Politik müsse soziale Balance und Teilhabe sichern.

Am Ende ihrer Rede richtete sie noch einen Appell an die Politik. Diese solle sich an Artikel 1 des Grundgesetzes orientieren und den Dialog mit den Bürgern führen. Die Einkommensunterschiede im Land sollten abgebaut und ein flächendeckender Demokratieunterricht an allen Schulen eingeführt werden.

Neben den Reden vom Martin Schulz und Renan Demirkan, die beide minutenlangen Applaus erhielten, waren die Besuchern begeistert von den Darbietungen der Jazz-Combo des Alfred-Grosser-Gynmasiums aus Bad Bergzabern. Die jungen Musiker sorgten für eine würdige Umrahmung der Feierstunde im Haus des Gastes.

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5 Kommentare auf "Martinipreis der südpfälzischen SPD für Renan Demirkan: „Hartz IV spaltet die Gesellschaft“ – Laudator war Martin Schulz"

  1. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    „Zusätzlich zum a) Grundgehalt, b) der allgemeinen Kostenpauschale, c) der Residenzzulage, und d) der Repräsentationszulage erhielt er ab 2012 auch noch e) eine Sitzungspauschale von 304 EUR pro Tag. Diese Sitzungspauschale erhielt er als Präsident des Europäischen Parlaments i.G.z. den normalen Abgeordneten nicht nur an den tatsächlichen Sitzungstagen, an denen er teilgenommen hat, sondern jeden Tag. Und nicht nur von Montag bis Freitag, auch Samstag und Sonntag, auch an Feiertagen, auch wenn er krank war, auch im Urlaub.
    Martin Schulz bekam die Sitzungspauschale an 365 Tagen im Jahr. Ergibt zusammen nochmals ca. 111.000 EUR pro Jahr.“ – Quelle: The European

    Solche Bescheidenheit muss mit Bigband gefeiert werden!

    • Helmut Hebeisen sagt:

      geeekkkkeee, auch wenn Martin Schulz vor solchen Leuten wie dir warnt, geht es hier in erster Linie um die Verleihung des Martini Preises. Solltest du neidisch auf Herrn Schulz sein, (P) ist das halt dein persönliches Pech.

      • Steuerzahler sagt:

        Für Herrn Hebeisen kommen die Steuergelder die Menschen wie Herr Schulz einfach so abgreifen scheinbar aus einem unerschöpflichen Füllhorn. Ob er schon mal Steuern erarbeiten musste?
        Natürlich darf man auf Herrn Schulz neidisch sein. So leicht kommen nur ganz wenig Leute an das Geld Anderer.

        • Helmut Hebeisen sagt:

          Nicht ganz richtig Steuerzahler, schau dir mal die AfD Fraktion im Bundestag an, die verdienen sich das Geld viel leichter, brauchen nur zu pöbeln, idiotische Anträge stellen, oder einfach nur bissel mimimi zu machen.

  2. Familienvater sagt:

    Hallo Steuerzahler, ich bewundere Deine sisyphosische Ausdauer beratungsresitente Parteigänger zu überzeugen. Jedenfalls wurde durch das Verweigern der Antwort auf Deine Frage indirekt bestätigt, daß diese nicht zur aussterbenden Spezies der Steuerzahler gehören.

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