Samstag, 15. Dezember 2018

Kooperationsvertrag für die Südpfalz unterzeichnet: „Ehrenamtlichen und behördlichen Naturschutz zusammen führen“

2. Dezember 2018 | 2 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Regional

Der Kooperationsvertrag ist unterzeichnet: v.r. OB Hirsch, Landrat Seefeldt, Julia Klöckner, Landrat Brechtel, Kurt von Nida und Dieter Zeiß.
Foto: HateRadio/Ahme

Bornheim. Die Landräte Dr. Fritz Brechtel (GER) und Dietmar Seefeldt (SÜW) sowie der Landauer OB Thomas Hirsch, die Bauern-und Winzerschaft, Naturschutzverteter, Kommunalpolitiker und Abgeordnete veranstalteten im Dorfgemeinschaftshaus eine Podiumsdiskussion zum Thema „Förderung der Biodiversität im landwirtschaftlichen Kontext“.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch eine Kooperationsvereinbarung „Aktion Südpfalz Biotope“ unterzeichnet.

Foto: HateRadio/Ahme

Meilenstein setzen

„Wir wollen heute einen Meilenstein setzen“, sagte Landrat Seefeldt in seiner Begrüßung. „Wir brauchen alle Akteure an einem Tisch“. Ziel sei es ehrenamtlichen und behördlichen Naturschutz zusammenzuführen.

Ortsbürgermeister Professor Karl Keilen ist Bürgermeister in einem, wie er sagte „20-Vereine-Dorf“. Auch Keilen unterstrich die Wichtigkeit des Ehrenamtes und der Nachhaltigkeit für Bornheim, welches erste Eh-da-Gemeinde Deutschlands ist und dafür schon ausgezeichnet wurde.

Eh-da-Flächen sind vorhandene Flächen, die die Gemeinden ökologisch aufwerten, was Bornheim zum Nutzen für Wildbienen und andere Kleintiere schon früh getan hat.

Brechtels Vision für die Südpfalz

Landrat Dr. Fritz Brechtel, von Haus aus Biologe, gab anschließend eine Vision für die Südpfalz, wie in zehn Jahren Biodiversität dort aussehen könne.

Landwirtschaft und Naturschutz stehen nicht in Konkurrenz, sondern ziehen mit den Behörden alle am gleichen Strang. Es werde einen südpfalzweiten Kooperationsverbund geben mit wissenschaftlichen Auswertungen und Fördergeldern von verschiedenen Stellen.

Julia Klöckner sprach über oftmals schwierige Positionen, die sie vertreten muss.
Foto: HateRadio/Ahme

Ehrengast Julia Klöckner: „Sie werden Vorreiter sein“

Ehrengast Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zeigte sich beeindruckt von dem Geleisteten. „Sie werden mit der Aktion Südpfalz-Biotope Vorreiter und Vorbild sein“, lobte sie. „Ich werde Sie in allen meinen Vorträgen erwähnen“.

„Keine Lager und Klischees“, forderte sie. Auch Landwirte könnten Naturschützer sein „wenn sie es richtig machen“. Oft bekäme sie Drohungen im Internet wegen Glyphosat.

„Beschimpfungen bringen aber Niemanden weiter“. Man suche nach einem Minimierungskonzept für Spritzmittel. Das Bienensterben müsse auf jeden Fall untersucht werden.

Umsetzung mit „Maß und Mitte“

Pflanzenschutzmittel können durch Digitalisierung im Ackerbau präzise und nur dort, wo nötig, eingesetzt werden. „Maß und Mitte“ statt „Alles oder nichts“, ist Klöckners Devise.

Podiumsdiskussion: Andreas Schumacher, Dieter Zeiß, Landrat Seefeldt, Reinhold Hörner, Kurt von Nida und OB Hirsch (v.r.)
Foto: HateRadio/Ahme

Kooperationsvertrag und Diskussion

Anschließend wurde der Kooperationsvertrag von Dieter Zeiß und Kurt von Nida für das NVS, den Landräten Seefeldt und Brechtel sowie OB Thomas Hirsch unterzeichnet.

Reinhold Hörner, Präsident der Bauern-und Winzerschaft Rheinland-Pfalz, Kurt von Nida, Stiftung zum Schutz von Landschaft und Natur in der Südpfalz, Andreas Schumacher, BASF, Leiter Nachhaltigkeit DACH, sowie Dieter Zeiß (NVS) diskutierten später die „Förderung der Biodiversität im landwirtschaftlichen Kontext“.

Information zur Aktion Südpfalz Biotope

Die AKTION SÜDPFALZ-BIOTOPE wird innerhalb der Stiftung zum Schutz von Landschaft und Natur in der Südpfalz (nvs-naturstiftung) als Zweckbetrieb geführt.

Bisher war die Stiftung operativ tätig in der Vermehrung, Pflege und Aufwertung der eigenen Naturschutzflächen mit über 800 Grundstücken.

Die Idee: zusätzlich auf vielen weiteren Flächen, besonders im öffentlichen Besitz, aber auch auf Privatland, Biotopaufwertungen und fachgerechte Pflege vorzunehmen.

„Viele Flächen haben sichtlich ein deutliches Defizit in ihrem ökologischen Wert, der im Zug einer großen Aktion in der ganzen Südpfalz gesteigert werden kann“, so Kurt von Nida.

Projekte für alle Gemeinden

„Es sollen Projekte möglich sein, die sich auf alle Gemeinden und ihre Gemarkungen ausdehnen können und nachhaltig in die Zukunft wirken durch Richtungsvorgabe, Meinungsbildung, Lerneffekte und draußen im Gelände durch Umgestaltungen und Vernetzungen von Biotopen und langjährige Begleitung der Pflegemaßnahmen.

Vielfältige Aufgaben

Von der Schulung kommunaler Mitarbeiter bis zu einem Biotopverbund Südpfalz reichen die Aufgaben.

Zusammenarbeit und Kooperationen

Neu ist, dass sich die Aktion Südpfalz-Biotope mit einem Kooperationsvertrag die Kreisverwaltungen von Germersheim und Südliche Weinstraße und die Stadtverwaltung Landau und deren Untere Naturschutzbehörden als Partner sichert.

Gleichzeitig entwickelt sich die konstruktive Zusammenarbeit mit weiteren Fachbehörden zum Nutzen unserer Symbioselandschaft.

Das gemeinsame Vorgehen eröffnet plötzlich die Möglichkeit, vorhandene Fördermittel in die Südpfalz zu holen.

Als selbständige, rechtsfähige, öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts, von der ADD beaufsichtigt , bilden wir eine sichere Institution, mit der die öffentliche Hand vertrauensvoll zusammenarbeitet.

Ehrenamt

Die Politik und die Behörden schätzen sehr, dass in dieser gemeinsamen Aktion das ehrenamtliche Potential von vielen Dutzend Bürgern als Ortskundige, Kümmerer, Organisatoren und Multiplikatoren genutzt, und dass der Landespflegegedanken tiefer in der Bevölkerung verankert wird.

Synergien

Alle haben gesehen, dass viele notwendige Maßnahmen in der derzeitigen Situation weder vom Ehrenamt noch durch behördliches Eingreifen allein durchführbar waren. Nun sollen die Synergien ausgenutzt werden, die sich bei gegenseitiger Unterstützung auf diesem Feld entwickeln.

Der Vorstand der Stiftung trägt für seinen Zweckbetrieb die Verantwortung für Finanzen, Steuerangelegenheiten, Personal und Infrastruktur.

Zentrale und Ansprechpartner

Die SÜDPFALZ-BIOTOP-ZENTRALE in Kleinfischlingen im FLORUM, Niedergasse 5, übernimmt folgende Funktionen: Kontakt- und Informationsstelle, Beratung und Koordinierung, Verwaltung, Organisation, Steuerung von Entwicklung, Antragstellungen und Umsetzungen, Datensammlung und deren Auswertung, Öffentlichkeitsarbeit und die neu installierte Gebietsbiotopbetreuung.

Dieser Dreh- und Angelpunkt führt Festangestellte, das Netz der Ehrenamtlichen und Selbständige als freie Mitarbeiter zusammen.

Ansprechpartner:
Kurt von Nida
Niedergasse 5, 67483 Kleinfischlingen
Telefon: 06347-8816
E-Mail: suedpfalz-biotope­@nvs-natur-stiftung.de

Foto: HateRadio/Ahme

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2 Kommentare auf "Kooperationsvertrag für die Südpfalz unterzeichnet: „Ehrenamtlichen und behördlichen Naturschutz zusammen führen“"

  1. MS sagt:

    P und dann werden unweit des bedeutenden Biotopes „Kaltenbach“ an der Freimersheimer Grenze Vogelshredder-Anlagen errichtet. Hoffentlich hat die neu installierte Gebietsbiotopbetreuung hier noch ein kleines Vetorecht.

  2. Ambrosia sagt:

    und wo sitzt der NaBu in diesem Gremium?
    Frau Glöckner hat schnell die Stromlinienförmigkeit von Frau Künast übernommen. Ob Grün oder Schwarz, der mächtige Bauernverband kriegt jeden in die passende Form.
    Frau Glöckner mutiert gerade zur Nullnummer.

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