Montag, 21. Mai 2018

Juncker operiert mit fragwürdigem Flüchtlingsbericht

18. Dezember 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik, Politik Ausland
 Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionspräsident.  Foto: dts nachrichtenagentur

Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionspräsident.
Foto: dts nachrichtenagentur

Brüssel  – EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker soll den Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstag zweifelhafte Zahlen zum Rückgang des Flüchtlingsstroms aus der Türkei nach Griechenland präsentiert haben.

Die Kritik mehrerer hochrangiger Kommissionsbeamter richtet sich nach einem Bericht des „Spiegel“ vor allem gegen eine Grafik, die in Junckers Bericht ein Einbrechen der Flüchtlingszahlen nach dem EU-Türkei-Gipfel Ende November nahelegt.

So stürzten laut Junckers Darstellung die Flüchtlingszahlen von Kalenderwoche 49, also der Woche nach diesem Gipfel, auf Kalenderwoche 50 von .666 auf 9.093 ab.

An anderer Stelle wird in dem Kommissionsbericht dagegen ausgeführt, dass schon in den ersten beiden Tagen der Kalenderwoche 50 knapp 11.000 Flüchtlinge nach Griechenland gekommen seien.

Zudem widerspricht die umstrittene Grafik teilweise auch den Erhebungen des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. In dessen Tagesreport vom 15. Dezember („Internal Use Only „) halten die Experten fest, dass die tägliche Ankunftszahl in Griechenland zwischen dem 30. November und dem 6. Dezember, also direkt nach dem EU-Türkei-Gipfel, auf 3.590 pro Tag um 36 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen sei.

In der darauffolgenden Kalenderwoche waren es immer noch im Schnitt 3.101 Flüchtlinge am Tag, also mehr als in Junckers Grafik.

„Am Montag kamen 5.005 Menschen auf den griechischen Inseln an, das ist die höchste Ankunftszahl seit dem 7. November“, heißt es über den 14. Dezember.

Nach Informationen des „Spiegel“ wurde Juncker von mehreren Topbeamten gewarnt, die umstrittene Grafik in seinem Bericht für die Staats- und Regierungschefs zu verwenden.

Die EU-Kommission betont gleichwohl ungerührt, der Trend sei „konsistent mit den Daten vom UNHCR“. Es gebe allenfalls „leichte Variationen“. (dts Nachrichtenagentur)

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