Montag, 19. November 2018

Geothermie-Kraftwerk Landau: Hebungen verursachen erste Risse an der Erdoberfläche

13. März 2014 | 2 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Landau, Regional

Risse im Geothermiekraftwerk. Aufgenommen am 12. März 2014, 16 Uhr.
Foto: bi landau

Landau. Dramatische Höhenveränderungen und Risse:  Der Vorsitzende der BI Landau, Werner Müller, meldet aktuell einen ca. 25 mm breiten Riss an der neu asphaltierten Eutzinger-Straße, im Bereich der bisher höchsten Hebungen von ca. 70 mm vor dem Geothermie-Kraftwerk. Der Riss reiche bis ins GKW -Gelände.

Dort sei auch ein deutlicher Höhenversatz von ca. 30 mm zu erkennen, so Müller, und belegt dies durch Bilder.
„Wenn die höhenversetzte und auseinandergehende Rissbildung so dynamisch weitergeht, können die mit 18 Tonnen hochexplosivem Isopentan gefüllten Rohrsysteme des Sekundär-Kreislaufes nicht nachgeben und bersten“ befürchtet Müller und spricht von einem „Super-Gau“.

„Wir haben zugesichert, die Öffentlichkeit zeitnah zu den Geländeveränderungen auf dem Laufenden zu halten“, so Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer. Schlimmer. „Vor diesem Hintergrund möchten wir informieren, dass im Rahmen der aktuellen Vermessungsarbeiten Straßenschäden im Bereich des Geothermiekraftwerkes festgestellt wurden.“

Es ist der Stadt Landau bekannt, dass am Wochenende Schwerstlastverkehr im Bereich des Geothermiekraftwerkes zugegen war. Vor diesem Hintergrund kann nicht eingeschätzt werden, ob die Schäden in Zusammenhang mit dem massiven LKW- und Kranverkehr oder den aktuellen Geländehöhenveränderungen zusammenhängen
„Ich habe nach Abstimmung mit dem Stadtvorstand die Erkenntnisse direkt an das Landesamt für Geologie und Bergbau zur fachlichen Einschätzung weitergeleitet“, erklärte der Oberbürgermeister.

„Sobald neue Erkenntnisse vorhanden sind, werden wir die Bürgerschaft und alle Beteiligten informieren“, sicherte Schlimmer zu.

Werner Müller, hatte bereits am 10. März seine Eindrücke eines Gesprächs geschildert, das er und der zweite Vorsitzende, Thomas Hauptmann mit dem  Amtsleiter des Stadtbauamts, Christoph Kamplade, und dem Amtsleiter der Abteilung Vermessung und Geoinformation, Walter Adam,  in „konstruktiver Atmosphäre“ geführt hätten. Es seien in diesem Gespräch die Unterschiede in der Darstellung und Bewertung der Höhenbewegungen diskutiert worden.

Müller: „Der Grund für die zunächst unterschiedlichen Interpretationen liegt in einer unklaren Darstellung von Messwerten in einer Karte, die das Vermessungsamt als Arbeitsgrundlage zum Thema erstellte. Selbst Herrn Kamplade sei die gewählte Darstellungsform zunächst unklar gewesen, betonte dieser.“

Die Karte war Werner  Müller im Rahmen eines Beweisverfahrens durch den Anwalt der geo-x GmbH am 26.Februar 2014 überreicht worden, in dem es um eine Stellungnahme vom Juni 2013 des damaligen Geschäftsführers der geo-x GmbH,  Dr. Lerch, geht.

Die geo x GmbH sieht als Ursache für die Senkungen von bis zu 17cm im Landauer Stadtgebiet, die Aktivitäten der „Wintershall“, die seit der 60iger Jahre des letzten Jahrhunderts Erdöl aus dem südpfälzischen Boden fördert. „Auch bei der Übergabe der Karte wurde nur von Senkungen gesprochen“, so Müller.

Zwischenzeitlich habe die Wintershall der BI eine Stellungnahme hierzu angekündigt.

„Insgesamt ändert dieser Sachverhalt allerdings nichts an der Brisanz der Ereignisse, im Gegenteil“, so Müller.

Christoph Kamplade habe gerade die Trendumkehr von Senkung in Hebungen mit überdurchschnittlicher Dynamik als das eigentlich dramatische Element bei diesen Vorgängen bezeichnet.

„In dem Gespräch signalisierte das Bauamt weitgehende Übereinstimmung mit den Überlegungen der BI und bestätigte die Tatsache, dass der Effekt im Umfeld des Geothermie-Kraftwerks am stärksten ausgeprägt ist“, berichtet Müller.

Auf die Frage der BI-Vertreter, ob in Landau, ähnlich wie im Badischen Staufen, eine Anhydrit-Schicht für die Hebungen verantwortlich sein könnte, habe Kamplade das Vorhandensein einer solchen Schicht bestätigt, er sähe allerdings keine Parallele zu Staufen, da diese Schicht in Landau wesentlich tiefer liegen würde.

Gänzlich ausschließen wolle er dies aber nicht. Um eine breitere Basis für die Ursachensuche zu erhalten, sollten mehr Messwerte ermittelt werden. „Deshalb erhöht das Vermessungsamt die Frequenz der Messungen und schickt jetzt Messtrupps im Monatsrhythmus durch Landau um Nachmessungen durchzuführen“, so Müller.

Die BI bleibt bei ihrer Forderung das Kraftwerk in der Eutzingerstraße mindestens solange abzustellen, bis Klarheit über die Ursachen herrscht. Bei der großen Dynamik des Effekts könnten Veränderungen schon nach relativ kurzer Zeit festgestellt werden.

„Die BI Geothermie Landau ist der Auffassung, dass die Sicherheitsinteressen der  Bürger und die Unversehrtheit der Umwelt nicht der zwar nachlassenden, aber immer noch vorhandenen, politischen Unterstützung der TiefenGeothermie untergeordnet werden dürfe“, meint Müller.

Nachtrag: Das Kraftwerk wurde am 14. März vorübergehend abgeschaltet:       (desa/stadt-landau/red)

Besorgnis erregende Risse beim Geothermiekraftwerk.
Foto: bi landau

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2 Kommentare auf "Geothermie-Kraftwerk Landau: Hebungen verursachen erste Risse an der Erdoberfläche"

  1. Norbert Herrmann sagt:

    Erst wenn der letzte Baum gefällt ist und der letzte Fisch gefangen wurde, werden wir erkennen daß du dummsten Kreaturen auf unserer heiligen Erde wir Menschen sind.
    Ich schreibe dies deshalb weil garantiert das unsägliche Geothermiekraftwerk doch nicht stillgelegt wird. Wie oft war schon ein Erdbeben, wie oft gab es Risse und Beschädigungen an unseren Häusern? Nichts passiert. Rein gar nichts. Und wenn Landaus Boden sich 40 cm pro Jahr hebt wird immer wieder ein noch dümmerer Kommentar von den Betreibern abgegeben. Man meint ein paar geldgierige Besitzer udn Aktionäre haben hier das alleinige Recht alles durchzusetzne. Gegen alle Vernunft!!!!!! Wer braucht dieses Experiment? Man muss doch endliche ienmal einsehen daß dies nur schädliche Bullshit ist. Leute wacht endlich auf. In anderen Regionen sind doch genug Erkenntnisse gewonnen worden. Baut das Teil ab udn macht den Deckel drauf. Der Name Landau kommt von LAND AUE wird wohl bald nur noch LANDLOCH genannt.

    • Michael Beeck sagt:

      Sehr geehrter Herr Herrmann

      Ich bin zwar kein Experte in Sachen Vulkane, aber ein ist sicher bzw es ist eine Vermutung, was hier in Gang gesetzt wurde. Man muss bedenken die Eifel ist Vulkanischen Ursprungs und der Untergrund im Bereich des Laach Sees ist immer heiß.
      Gehen wir mal vom schlimmsten Fall aus. Wenn die Bodenerhebungen weiter gehen, dann kann das aufsteigendes Magma sein. Wie gesagt es ist nur eine Vermutung. In aktiven Vulkangebieten passiert das immer wieder. Auf steigendes Magma kann Bodenverformungen aufrufen. Und was das für Landau und Umgebung bedeuten könnte, kann man sich denken.
      Bitte das Werk nicht wieder einschalten!

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