Mittwoch, 21. November 2018

Demonstrationen in Kandel beendet – über 4.500 Teilnehmer

3. März 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional, Top-Artikel

Fotos und Videos: HateRadio – Fotostrecke unten

In Kandel sind am frühen Abend die vier Kundgebungen zu Ende gegangen.

Die Initiative „Kandel ist überall“, die die Asylpolitik der Bundesregierung, des Landes und der Verbandsgemeinde Kandel kritisiert, hatte die meisten Teilnehmer mobilisieren können. Schätzungsweise 3.500 bis 4.000 Personen marschierten durch die Rheinstraße, einige Querstraßen und wieder zum Ausgangspunkt beim Kreisel Kandel Mitte zurück.

Auf der Hälfte der Strecke schloss sich die Kundgebung des Mannheimers Marco Kurz („Frauenbündnis Kandel“, „Der Marsch 2017“) mit etwa 150 Demonstranten an.

Zuvor hatte um 14 Uhr das Bündnis „Wir sind Kandel“ mit etwa 100 Personen steigen lassen. An den Ballons hingen Zettel mit der Aufschrift „Für ein friedliches Miteinander in Kandel. Gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit.“

An der Aktion beteiligten sich auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler, der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart, die SPD-Landtagsabgeordneten Barbara Schleicher-Rothmund und Alexander Schweitzer und der Kandeler Stadtbürgermeister Günter Tielebörger (SPD). Das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus Südpfalz“ hatte in der Stadthalle einen Info-Stand aufgebaut.

Kurze Zeit später gab es eine kleinere Demonstration der Antifa in der Marktstraße. Die Teilnehmer skandierten „Nieder mit der Nazi-Pest“, „Solidarität heißt Widerstand“ oder „Alerta, Altera, Antifaschista“. Kurzfristig war die Situation angespannt, als die Gruppe nicht gleich der Aufforderung der Polizei Folge leistete, sich auf den Rückweg zu machen. Die Polizei kündigte Zwang an. Kurz darauf setzte sich der Zug dann in Bewegung.

Derweil wurde im südöstlichen Teil von Kandel bei der Kundgebung des „Frauenbündnisses“, bei der unter anderem auch einiges NPD-Vertreter standen, gefordert: „Grenzen dicht, schützt unsere Frauen.“

Bei Kandel Mitte (Antifa und verschiedene andere Bündnisse und Gruppierungen) sprachen unter anderem der Europaabgeordnete Stefan Bernhard Eck (GUE/NGL-Fraktion), die Linken-Bundestagsabgeordnete Katrin Werner und eine „echte Kandelerin“. Dort trafen etwa 600 Teilnehmer zusammen.

Die Kandelerin forderte andere Bürger auf, Meinungsäußerungen zu wagen. „Wir haben die Schauze voll bis hierher“, rief sie. „Es ist höchste Zeit, dass die Kandeler aufstehen und Stopp sagen.“ Mehr  moralische Unterstützung erwarte man von der Kreisverwaltung.

 

Zu kam es zwischen einer Gruppe aus dem Demonstrationszug und einigen Personen, die in einer Hofeinfahrt in der Rheinstraße standen.

Man habe die Personen angegriffen und Schilder niedergerissen, sagte eine betroffene Frau dem HateRadio. Flaschen flogen. Ein Mann aus der Gruppe sei verletzt worden, bevor die Polizei habe einschreiten können.

Am Kreisel kamen die verschiedenen Gruppen zwar nicht in direkten Kontakt, konnten sich aber sehen.

Der große Demo-Zug von „Kandel ist überall“ (Anmelderin war die AfD-Landtagsabgeordnete Dr. Christina Baum) forderte wie bekannt eine stringente Asylpolitik, riefen „Merkel muss weg“ und in Richtung Antifa: „Nazis raus“ (Mit „Nazis“ war die Antifa gemeint, Anm.d.Red.). Am Startpunkt hatte unter anderem der Regisseur und Journalist Imad Karim gesprochen.

Die als „Spontan-Demo“ deklarierte Zusammenkunft von 80 Personen des linken Spektrums in der Marktstraße wurde von der Versammlungsbehörde nicht als Versammlung anerkannt, wie die Polizei später mitteilte. Nach intensiver Kommunikation durch die Polizei hätten sich die Personen der Versammlung „Schutz für alle Schutzbedürftige“ angeschlossen. „An unseren Appell, sich friedlich zu versammeln, haben sich leider nicht alle Teilnehmer gehalten“, teilte die Polizei mit. Es habe auch zwei Festnahmen wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot gegeben.

Zu Beginn der Versammlung „Kandel ist überall“ wurde ein Polizeibeamter von einem Teilnehmer durch einen Fußtritt verletzt, er blieb aber dienstfähig. Gegen den Aggressor mussten die Beamten Pfefferspray einsetzen.

Hintergrund der zahlreichen Demonstrationen in Kandel ist der gewaltsame Tod der 15-jährige Mia V., die im Dezember 2017 von ihrem Ex-Freund, einem Flüchtling aus Afghanistan, erstochen wurde. Er sitzt in (cli/mli)

(Der Bericht wird weiter aktualisiert)

 

 

 

 

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