Sonntag, 18. November 2018

Aufreger Landauer Geothermie: Öffentliche Infoveranstaltung wird kommen – Zoff bei der BI

24. Mai 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Regional

Sendung des SWR 4 im Weingut Vögeli: pro und contra auf dem Podium.
Foto: HateRadio/Ahme

Landau. Die Landauer Geothermie ist nach wie vor das „Aufreg-Thema“ in der Stadt und Quell intensiver Diskussionen.

Nach der SWR-Sendung „Klartext“ im Weingut Vögeli im April, zur Landauer Geothermie-Problematik, gab es auch dazu Kritik.

Vor allem die Vertreter der BI Landau-Südpfalz, Müller und Hauptmann, die ebenfalls auf dem Podium vertreten waren, hatten auf eine „faire Diskussion gehofft“.

„Unser Ziel war es, die seit Jahren bekannten und kritisierten Versäumnisse öffentlich darzustellen. Leider sind wir durch die einseitig geführte Moderation in der öffentlichen Wahrnehmung schlecht weggekommen. Grenzwertig war allerdings, dass uns bei der Thematisierung wichtiger Sachfragen vom Moderator das Wort abgeschnitten wurde und zusätzlich kritische Frager aus dem Publikum, waren sie erst einmal identifiziert, nicht mehr berücksichtigt wurden.“

Podiumsdiskussion in Wollmesheim

Insgesamt empfanden die meisten Anwesenden die Podiumsdiskussion wohl doch als sachlich. Doch kochten im Lauf der Veranstaltung die Emotionen weiter hoch und führten aus Sicht Hauptmanns dann durch eine Äußerung des ersten Vorsitzenden der BI, Werner Müller gegenüber Betreiber Josef Daldrup, „zum Eklat“. „Niveaulose Aktion“, „Beleidigung“ nennt Hauptmann die Äußerung Müllers, der der Sache dadurch einen „Bärendienst“ erwiesen habe und die Geothermie-Gegner als „ewig gestrige Nörgler“ gebrandmarkt habe.

Thomas Hauptmann (l.) und Werner Müller haben sich entzweit.
Foto: HateRadio/Ahme

Hauptmann distanzierte sich sofort von Müllers Aussage. Er habe danach versucht, mit Müller schriftlich in Kontakt zu kommen, doch der habe „auf ein persönliches Schreiben weder schriftlich noch mündlich reagiert.“

Darauf folgte Hauptmanns Niederlegung des Amtes als zweiter Vorsitzender und nun der Austritt aus der BI. „Eigentlich wollten wir, meine Frau Monika und ich, durch unsere weiter Mitgliedschaft im Verein die Tür für eine spätere Zusammenarbeit mit Werner Müller offen halten. Das hat sich jetzt erledigt. Mit Datum von heute haben wir unseren Austritt erklärt.“

In der Stadtratssitzung, die einen Antrag der CDU behandelte und in der auch Werner Müller anwesend war, hatte dieser bei der Behandlung des Tagesordnungspunktes nur kurz gesagt, „das war keine Beleidigung“.

Äußerungen zu in aktuellen Sitzungen behandelten Themen darf das Publikum jedoch nicht machen – OB Hirsch reagierte prompt darauf. „Der klaren Positionierung des Landauer OB Hirsch, in dieser Frage, zollen wir Respekt“, so Hauptmann, der in Müllers Äußerung „einen weiteren Beweis für die Uneinsichtigkeit des BI Vorsitzenden“ sieht.

Josef Daldrup (Mitte), links daneben OB Hirsch (rechts der SWR4-Moderator), wird auch bei der nächsten Veranstaltung dabei sein.
Foto: HateRadio/Ahme

Gleichzeitig zollt er der Arbeit Müllers „Respekt“. Familie Hauptmann wolle weiterhin als „ernstzunehmende Ansprechpartner wahrgenommen werden“ und sie haben ein Statement dazu verfasst.

Hier die wichtigsten Punkte daraus:

Umgang mit den Bestandsanlagen. Behauptungen überprüfen, Sicherheitsmaßnahmen verifizieren.

Beratende Begleitung der Gemeinden im Kreis Germersheim, die sich mit den Aktivitäten der „Deutschen Erdwärme“ und deren Geschäftsführer Lutz Stahl konfrontiert sehen, beispielsweise Lustadt/Bellheim.

Tiefe Geothermie als Hilfsmittel zum Einsammeln von Geldern bei Kleinanlegern entlarven. Stichworte „Grauer Kapitalmarkt“ und unseriöse Renditeversprechen.

Aufklärungsarbeit zum Thema „optimierte Wertschöpfungsketten“ mit Monopolcharakter durch überflüssige Nahwärmenetze.

Blick über die Landesgrenzen hinaus und die Unterstützung von Bürgerinitiativen im In- und Ausland.

CDU-Antrag in der Stadtratssitzung vom . Mai

In der Stadtratsitzung von Dienstag wurde der eingereichte CDU-Antrag behandelt. Die CDU hatte eine Infoveranstaltung zur Inbetriebnahme des Geothermiekraftwerkes Landau angeregt. In dieser sollten Vertreter des Bergamtes, der städtischen Verwaltung sowie des Betreibers die aktuelle Situation erläutern und für Fragen der Bürger Rede und Antwort stehen.

OB Hirsch beleuchtete noch einmal die Ausgangssituation. Das Bergbauamt, mit dem Hirsch in regelmäßigem Kontakt gestanden habe, habe gesagt, das mit einer Wiederinbetriebnahme auf „absehbare Zeit“ nicht zu rechnen sei.

Alle seien deshalb erstaunt gewesen, als in der Sitzung des Umweltausschusses als Botschaft gesagt wurde, in den nächsten 14 Tagen würde das Kraftwerk wieder angefahren werden. Auch der Wirtschaftsminister habe davon nichts gewusst, so Hirsch.

Bei einem weiteren Besprechungstermin sei geäußert worden, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt habe. Nur wenn alle Fragen mit Daldrup und der Sicherheitsaspekt geklärt seien, könne wieder hoch gefahren werden.

„Der Betreiber hat Anspruch darauf“, so Hirsch. Gerade heute habe er ein Gespräch geführt, in der auch die Gefahr für das Landauer Trinkwasser angesprochen worden sei. Die habe nicht bestanden, so das Ergebnis. Trotzdem gibt es weiter eine Überwachung der Trinkwasserqualität.

Auf jeden Fall sei klar, dass nun eine Infoveranstaltung folgen werde zur technischen Situation, an der auch wieder Betreiber Daldrup teilnehmen wird, erklärte der OB.

Die Fraktionen kommentierten noch einmal die Ausgangssituation. Peter Lerch (CDU) und Armin Schowalter (SPD) sprachen von Vertrauensverlust. Deshalb sei eine solche Veranstaltung nur konsequent. Man fühlte sich nicht ernst genommen, so Dr. Gertraud Migl (Pfeffer und Salz-Fraktion), sie hofft bei der kommenden Veranstaltung auf eine größere Teilnahme der Stadträte und der Bevölkerung.

Bertram Marquardt meinte, die Politik hätte früher handeln müssen. Lukas Hartmann (Grüne): Eine erteilte Genehmigung kann nicht einfach zurück genommen werden, das habe man schon vor drei Jahren gesehen. Wolfgang Freiermuth (FWG) suchte das Zeitfenster, das OB Hirsch zuvor angesprochen hatte. „Zum richtigen Zeitpunkt hätten alle politisch zusammen arbeiten müssen“, hatte dieser erklärt. (desa)

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