Samstag, 24. Februar 2018

Annweiler: Jahresempfang mit Live-Schaltung in die USA – Goldene Stadtplakette via Skype an Alexander Solotzew

5. Februar 2018 | 3 Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional
Live zugeschaltet aus Florida: Alexander Solotzew mit Frau bei der Übergabe der Goldenen Stadtplakette durch Bürgermeister Thomas Wollenweber. Foto: hi

Live zugeschaltet aus Florida: Alexander Solotzew mit Frau bei der Übergabe der Goldenen Stadtplakette durch Bürgermeister Thomas Wollenweber.
Foto: hi

Annweiler. Es war am gestrigen Sonntag eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Jahresauftakt-Veranstaltung der Stadt Annweiler, die sich wohltuend von dem sonst üblichen Ritual abhob.

Bürgermeister Thomas Wollenweber und die Beigeordneten der Stadt, Viktor Schulz, Reiner Niederberger und Romy Schwarz, hatten zum traditionellen Neujahrsempfang in den Hohenstaufensaal eingeladen.

Viele waren gekommen. Darunter auch die Annweiler Weinprinzessin Daniela Töpfer und die Kastanienprinzessin Celine I. Die Verbandsgemeinde Annweiler war vertreten durch Bürgermeister Christian Burkart mit seinen VG-Beigeordneten Wolfgang Grötsch, Thomas Kiefer und Christiane Heming-Herzog und der Weinprinzessin Nina Oberhofer aus Edenkoben, die als Event-Managerin bei der VG tätig ist.

Auch prominente Bundes- und Landespolitiker aus der Südpfalz waren mit Grußworten dabei, die so manchen Zuhörer durchaus nachdenklich stimmten.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart würdigte das Engagement der Bürger und mahnte den respektvollen Umgang miteinander an: „Tragen Sie dazu bei, dass dieses Engagement in Ihrer Stadt weiterhin blüht und gedeiht“.

Einigkeit und Zusammenhalt für gutes Gelingen der großen Projekte, Zuversicht und Mut bei der gemeinsamen Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen – das waren die Wünsche, die der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler mitgebracht hatte.

Den europäischen Akzent setzte Alexander Schweitzer, SPD-Fraktionsvorsitzender im Landtag RLP, indem er die Bedeutung der deutsch-französischer Freundschaft ansprach, die das Kernelement für ein Zusammenwachsen Europas sei.

„Der von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle unterzeichnete Freundschaftsvertrag, le traité d’Elysée, hat in diesen Tagen sein 55-jähriges Jubiläum. Wir in der Pfalz haben auch eine europäische Tradition, wir sind die europäischste Region, und wir sind stolz auf unsere Südpfälzer demokratische Tradition“ erinnerte Schweitzer an die Bergzaberner Republik von 1792/93, in der die ersten modernen Wahlen auf deutschem Boden abgehalten worden waren.

Warum mancherorts „die Lust am Regieren fehlt“, fragte sich der Landtagsabgeordnete Thomas Weiner und sieht „Parteien verunsichert bei einer Verrohung der politischen Sprache in rechten Gruppen und in sozialen Medien: „Wir brauchen Politiker mit Mut, auch mit Mut zum Kompromiss“ war seine Botschaft.

Beste Stimmung beim Jahresempfang in Annweiler. (von links) Benjamin Burckschat, Wolfgang Grötsch, Christiane Heming-Herzog, Walter Herzog. Foto: hi

Beste Stimmung beim Jahresempfang in Annweiler (von links) Benjamin Burckschat, Wolfgang Grötsch, Christiane Heming-Herzog, Walter Herzog.
Foto: hi

Sehr konkret und mit klaren Worten ging VG-Bürgermeister Christian Burkart auf die B10-Problematik ein: “Nach dem unvermeidlichen vierspurigen Ausbau der B10 muss der Tunnelbau durch die Planungsbehörde LBM unverzüglich und konsequent angegangen werden“. Und dass die Landesregierung auf der B10 jetzt sogar Gigaliner zulassen will, sei äusserst problematisch.

SÜW-Landrat Dietmar Seefeld sicherte seine volle Unterstützung des Kreises bei der Durchführung des Rheinland-Pfalz-Tags in Annweiler zu.

Worauf alle schon länger gewartet hatten, darauf ging Bürgermeister Thomas Wollenweber in seiner Neujahrs-Ansprache denn auch ausführlich ein, nachdem er das vergangene Jahr mit weltpolitischen Reminiszenzen hatte Revue passieren lassen: Der Stand der Dinge zum Rheinland-Pfalz Tag 2019 in Annweiler.

Die URIDU-Gründer Marcel und Felicitas Heyne im Gespräch mit Marita Wolf (von rechts). Foto: hi

Die URIDU-Gründer Marcel und Felicitas Heyne im Gespräch mit Marita Wolf (von rechts).
Foto: hi

Bekanntlich hatte der Stadtrat am 17. Mai vergangenen Jahres einstimmig beschlossen, sich dafür zu bewerben. Und am 4. Juli hatte Annweiler dann auch vom Ministerrat den Zuschlag erhalten. „Nach wie vor teilt nicht jeder meine Begeisterung“, meinte Wollenweber, „auch ich hatte anfänglich Bedenken wegen der engen Tal-Lage, aber alle Probleme sind lösbar“.

Der RLP-Tag sei eine große Chance für das weitere Zusammenwachsen im gemeinschaftlichen Miteinander im ganzen Trifelsland.

Ein Prüfstein sei allerdings die Finanzierung dieses Großereignisses. Den Finanzbedarf sieht Wollenweber nach den derzeitigen Erkenntnissen – in Abhängigkeit von den durchzuführenden Infrastruktur-Massnahmen – in einer Größenordnung zwischen 250.000 und 400.000 Euro: „Das ist nicht zu stemmen ohne Sponsoren. Erste großzügige und belastbare Zusagen liegen bereits vor. Ich kann zwar noch nicht endgültig zusichern, dass die Finanzierung gelingt, bin aber begründet optimistisch“.

Bis Ostern müsse die Finanzierung stehen, erläutert Wollenweber dazu, sonst würde der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 14. März wohl seine Bewerbung zurückziehen.

In diesem Zusammenhang sprach Wollenweber auch den Umbau des Bahnhofs Annweiler an, der pünktlich einige Wochen vor dem Rheinland-Pfalz Tag fertig sein soll. Der RLP Tag findet am letzten Juni-Wochenende 2019 statt.

Ein besonderes Augenmerk liegt derzeit auf der Brückensanierung Hauptstrasse. Damit ist ein erschwerter Zugang zur Altstadt verbunden. In Abstimmung mit dem Werbekreis und dem Verein Zukunft Annweiler habe man schon Ende Januar mit den Bauarbeiten begonnen, um rechtzeitig vor dem Löwenherz-Fest am letzten Juli-Wochenende fertig zu sein.

Für die betroffenen Geschäftsleute sei dies eine leider unvermeidliche Belastung. Und er appellierte an alle: „Seien Sie unseren Geschäften in der Innenstadt gewogen, erklären Sie sich solidarisch, unterstützen Sie unsere Einzelhändler“.

Annweiler Weinprinzessin Daniela (Mitte) mit Vater Reinhard Töpfer im Gespräch mit Walter Herzog, Vereinsvorsitzender Zukunft Annweiler. Foto: hi

Annweiler Weinprinzessin Daniela (Mitte) mit Vater Reinhard Töpfer im Gespräch mit Walter Herzog, Vereinsvorsitzender Zukunft Annweiler.
Foto: hi

Zum eingeübten Ritual von Neujahrsempfängen gehört es, verdiente Persönlichkeiten für ehrenamtliches, kulturelles oder soziales Engagement auszuzeichnen. Ein Novum allerdings war es, wie Bürgermeister Thomas Wollenweber die Auszeichnung für herausragende kulturelle Leistungen an den Annweiler Bürger und international bedeutenden Künstlers russischer Abstammung, Alexander Solotzew, zelebrierte.

Solotzew wohnt seit 2011 in Annweiler und hat einen Zweitwohnsitz in Florida, wo er sich auch derzeit aufhält.

Die per Laptop von Wollenweber auf der Leinwand im Hohenstaufensaal zuvor präsentierten Bilder dieses als Vertreter der modernen russischen Avantgarde gerühmter Künstlers sind vom Werk her schwer einzuordnen.

Haben sie doch eine Prise Chagall, ein bisschen Kandinsky, etwas Rodtschenko und viel russisches Herz. Die Goldene Stadtplakette überreichte der Bürgermeister im Rahmen einer Videokonferenz via Skype an Solotzew, der zeitgleich in Florida mit seiner Ehefrau am Bildschirm saß und live zugeschaltet war. Und da sage noch mal einer, die Pfälzer hätten‘s digital nicht voll drauf.

Des weiteren wurde Rosi Reimringer mit der Stadt-Ehrenmedaille für ihr langjähriges herausragendes soziales Engagement am Annweiler Trifels Gymnasium ausgezeichnet. Eine Stadt-Ehrenmedaille ging auch an den Museumsverein zu seinem 25-jährigen Bestehen, vertreten durch die Vorstände Iris Grötsch und Gerhard Dilg.

Barbara Später (rechts im Bild) mit den Annweiler Sternsingern verkündet, dass die Spenden diesmal an das Nepal-Projekt von URIDU gehen. Foto: hi

Barbara Später (rechts im Bild) mit den Annweiler Sternsingern verkündet, dass die Spenden diesmal an das Nepal-Projekt von URIDU gehen.
Foto: hi

Nicht alle Tage werden Neubürger so freudig und begeistert begrüsst wie Felicitas und Marcel Heyne, die seit März vergangenen Jahres nach Annweiler gezogen sind, im Stadtteil Gräfenhausen das Alte Schulhaus als ihr neues Zuhause gekauft haben und von hier aus ihr weltweites Entwicklungs-Projekt URIDU weiter vorantreiben.

Sie hatten jetzt die Gelegenheit, zu erklären, was es mit dem solarbetriebenen MP3-Player als „innovative Entwicklungshilfe Made in Germany“ auf sich hat () Mit dem von ihnen entwickelten Hörbuch erhalten Landfrauen in Entwicklungsländern, die häufig weder lesen noch schreiben können, Gesundheitswissen zum Überleben. Das nächste Projekt ist in Nepal.

Und als dann zum Abschluss, so wie jedes Jahr, die Annweiler Sternsinger unter der Leitung von Barbara Später in den Hohenstaufensaal einzogen, um zu segnen, verkündeten die Sternsinger, dass man die Spenden diesmal dem URIDU-Projekt in Nepal zuwende. (hi)
URIDU Spendenkonto: VR Bank SÜW, IBAN DE59 5489 1300 0080 7972 06

Zur Startseite

Zu den Kommentaren

Diesen Artikel empfehlen:

Diesen Artikel drucken Diesen Artikel drucken

3 Kommentare auf "Annweiler: Jahresempfang mit Live-Schaltung in die USA – Goldene Stadtplakette via Skype an Alexander Solotzew"

  1. Demokrat sagt:

    Der Stadtbürgermeister hat bei den letzten Kommunalwahlen gerade mal um die 20% der Stimmen erhalten. Damit fehlt es schon am Rückhalt durch die Bürger. Einem Bürger wollte er durch eine Unterlassungsklage die freie Meinungsäußerung verbieten. Seine Schwanenaktion war eine einzige Tierquälerei. Der Vergleich in Bezug auf die Erdaufschüttungen kostet 30.000 €.
    Für den RLP-Tag braucht es andere, engagierte Kommunalpolitiker, die in der Lage sind sinnvolles für die Stadt zu leisten.

    • Demokrat sagt:

      Falsch:
      Der Vergleich in Bezug auf die Erdaufschüttungen kostet 30.000.- €
      Richtig:
      Die Einstellung des Verfahrens in Bezug auf die Erdaufschüttungen kostet 30.000.- €

  2. Demokrat sagt:

    Korrektur:
    Nicht 30.000.- für einen Vergleich sondern 30.000.- für die Einstellung des Verfahrens!

Schreibe einen Kommentar

Beachten Sie unsere Kommentarregeln! (Hier klicken)

Die maximale Textlänge beträgt 800 Zeichen.
Links sind künftig in den Kommentaren nicht mehr gestattet.

Ihr Kommentar wird nach dem Absenden schnellstmöglich überprüft (bitte bleiben Sie sachlich!) und dann innerhalb 24 Stunden freigeschaltet. Wir bitten um etwas Geduld.

Ihr HateRadio-Team

Directory powered by